Aus 38 Gemeinden ausgewählt: Vier Modell-Dörfer starten ins „Gröön Dörp“-Projekt
Die Begeisterung war groß: Insgesamt 38 Gemeinden aus ganz Schleswig-Holstein haben sich im Herbst 2025 für das Modellprojekt „Gröön Dörp“ beworben. Ziel der Initiative ist es, die Artenvielfalt im eigenen Ort zu stärken und Siedlungsräume naturnäher und nachhaltiger zu gestalten.
Nun stehen die vier Modellgemeinden für das Jahr 2026 fest:
- Bargum (Kreis Nordfriesland)
- Brodersby (Kreis Rendsburg-Eckernförde)
- Brügge (Kreis Rendsburg-Eckernförde)
- Kummerfeld (Kreis Pinneberg)
Die Auswahl erfolgte durch die Akademie für die ländlichen Räume Schleswig-Holsteins e.V., die die ausgewählten Gemeinden während einer dreijährigen Projektlaufzeit auf dem Weg zu mehr Artenvielfalt begleitet. Das Projekt ist Teil der Landesstrategie „Kurs Natur 2030“ und leistet einen Beitrag zur Biodiversitätsstrategie des Landes.
Bei der Auswahl wurde darauf geachtet, verschiedene Naturräume und unterschiedliche Gemeindestrukturen in Schleswig-Holstein zu berücksichtigen – von touristisch geprägten Orten bis hin zu Gemeinden mit gewerblichen Strukturen sowie von kleineren Kommunen bis zu größeren Gemeinden. Ebenfalls entscheidend war die Bereitschaft der Orte, sich langfristig und aktiv für den Erhalt der biologischen Vielfalt einzusetzen.
In den vier Modellgemeinden haben sich bereits lokale Initiativen gebildet, die das Projekt gemeinsam mit ihren Gemeindevertretungen angestoßen haben. Diese Gruppen übernehmen eine zentrale Rolle bei der Umsetzung vor Ort und gestalten die Entwicklung artenfreundlicher Strukturen im Siedlungsraum aktiv mit.
Das Projekt „Gröön Dörp“ setzt auf direkte Beteiligung der Menschen im Dorf. Gemeinsam mit Fachleuten und der ALR SH werden Ortsbegehungen durchgeführt, bei denen Potenziale für mehr Biodiversität im Siedlungsraum und auf dorfnahen Flächen identifiziert werden. Auf dieser Grundlage entstehen anschließend konkrete Aktionspläne.
Die Aktionspläne legen fest, wo und wie Maßnahmen umgesetzt werden sollen. Ziel ist es, langfristig wirksame Veränderungen zu schaffen, die auch über die Projektlaufzeit hinaus Bestand haben. Gleichzeitig sollen die Ergebnisse als Orientierung für weitere interessierte Gemeinden dienen.
Ein erster gemeinsamer Auftakt für alle 38 Bewerbergemeinden ist für den 20. April 2026 im Rahmen des Arbeitskreises „Natur im Siedlungsraum“ vorgesehen. Dieser soll als Netzwerk weiterentwickelt werden und künftig ein- bis zweimal jährlich zusammenkommen, um Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse für die Arbeit vor Ort zu geben.